Epilog

 

Sie geht durch den Hof des Krankenhauses spazieren. Der Wind raschelt durch die Bäume und ein kleiner Bach schlängelt sich von dem Hügel hinter dem Krankenhaus gemächlich Richtung Ortschaft. Es wird wieder Herbst. Aber auf dem Gletscher war bereits Winter. Und er konnte es sich nicht nehmen lassen den frischen Schnee zu genießen. Es wird wieder Zeit. Eine letzte Kastanie für ihre Jacke. Dann ist sie also endgültig zu alt. Doch sie hat noch etwas anderes. Eine Kette, die sich um die Kastanien schlängelt. Sie muss die Kette zurückgeben. Eine Kette, mit einem Medallion daran. Die sich immer mehr um ihren Hals schnürte, je länger sie hier war. Am anderen Ende der Welt. Aber noch kann sie sie nicht zurückgeben. Noch nicht. Noch schläft er nur. Aber die Kette wird sie ihm in die Hosentasche legen, wenn er aufgebahrt werden würde. Denn sie würde ihr Versprechen nicht mehr halten können. Wenn er nicht mehr aufwachen würde, würde sie es verlernen. Würde es mit jedem Blick auf das Medallion etwas mehr verlernen. Ihr Lächeln. Nicht mehr lange. Sie werden nicht mehr lange warten. Sie wird bei ihm stehen. Sie wird seine Hand halten. „Komm gut nach Hause.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*