akzeptieren

Worttrennung: ak|zep|tie|ren

Beispiele:

Antonia nimmt an.

Antonia nimmt hin.

Antonia billigt.

Antonia erkennt an.

Antonia akzeptiert eine Entschuldigung.

Der Vorschlag wurde von allen akzeptiert.

Antonia akzeptierte schließlich, dass sie zurückstehen musste.

Antonia akzeptierte (nahm das Angebot an).

Es fröstelt Antonia heute. Dabei ist doch August. Warum fröstelt es sie heute nur so. Vorsichtig zieht sie ihre Beine an, um sie um die Katze zu ihren Füßen herum zu führen. Die Kleine ist noch sehr jung und würde ihr zu stürmisch aufwachen. Die kann sich ruhig noch eine halbe Stunde ausschlafen. Bis dahin würde die Antonia auch Frühstück vorbereitet haben. Denn alleine fressen geht ja schließlich nicht. Zwei Scheiben Brot, Butter, Käse, Marmelade, einen Apfel und die große Kanne Tee auffüllen, die sie im Laufe des Tages trinken wird. Gemächlich schneidet sie je ein Stück ab, führt zusammen, was für sie zusammen passt und kaut vor sich hin. Alles mit dem einen Messer, das sie damals vom Ludwig geschenkt bekommen hatte. Heute etwas schmäler als damals. Das viele Schleifen war aber leider notwendig. Doch es würde sich noch ein kleiner Spitz ausgehen, den sie mit ins Grab nehmen würde. Gemeinsam Essen, war mit dem Ludwig immer am Schönsten gewesen. Gemeinsam am Tisch sitzen und mit seinen verträumten Augen irgendwohin fliegen. Er hatte sie immer mitgenommen. Und gemeinsam, konnte ihnen niemand etwas anhaben. Sogar als er nicht dagewesen war, konnte man ihnen nichts anhaben. Weil sie beide wussten, dass sie füreinander da sein würden. Immer. Denn sonst würde es niemand sein. Und selbst, als er Josefine geheiratet hatte, blieb er ihr treu. Und es ging immer wieder alles gut aus. Bis zu dem einen Tag. Als man ihn verurteilt hatte für etwas, was nicht er getan hatte. Er hatte keine Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Man wollte seine Geschichte auch nicht hören, weil nur jeder allzu gut wusste, dass es keine gab. Niemand ahnte, wer den Stier des Großbauern entmannt hatte. Und genau das wurde Ludwig zum Verhängnis. Richard würde bald kommen, um ihr Käse zu bringen. Sie ging zur Kommode, gegenüber vom Küchentisch mit den Bildern darüber, die glückliche Momente eingefangen hatten. In denen sie Arm in Arm in die Sonne lachten. Antonia. Josefine. Ludwig. Und Paul. Sie öffnet die Kommode und streicht mit ihren Händen über zwei Briefe. Einer, in dem ihr Paul alles gesteht. Und einem, in dem sie Paul erklärt, dass es nicht an ihr ist ihn zu richten und nicht an ihr ist sein Geheimnis in die Welt zu tragen. Sie würde ihm nie verzeihen. Sie könne lediglich die Vergangenheit akzeptieren, als das, was sie war. Eine Reihe von Ereignissen, die Glück und Unglück gebracht haben. Manche konnte sie beeinflussen, die meisten aber nicht. Und sie wolle nicht darüber reden und weder Richard noch Josefine sollen es jemals erfahren. Denn Paul habe einen Platz in dieser Familie. Und er würde Leere hinterlassen. So wie Ludwig. Und noch mehr Leere könnte alles ins Wanken bringen. Antonia nimmt den Brief in die Hand und steckt ihn in ihre Schürzentasche, zieht das Kopftuch über ihr schütteres Haar und schneidet die Käseränder klein, um sie der Katze in das Schüsselchen zu legen. Die Katze wartet bereits auf ihr Frühstück, schnurrt mit erhobenem Schwänzchen, leckt Antonias Tränen neben dem Schüsselchen auf und streicht mit ihrem Kopf gegen die blaugeäderte Hand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*